HUGO VON HABERMANN (1849-1929)
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Madeleine Guipet, um 1904



Öl auf Leinwand
132.00 x 82.00 cm

Signatur
bez. u. r. Habermann

Standort
Verbleib unbekannt

Im Frühjahr 1902 unterzog sich Magdeleine Guipet (1876 geboren in Tiflis, Georgien) bei dem Professor für Magnetopathie, Emile Magnin in Paris einer Hypnose-Therapie gegen Migräne. Unter Hypnose schien Guipet besonders empfänglich für den Klang von Klaviermusik und hörte Stimmen, die sie dazu brachten, dramatische Bewegungen und Gesten zu machen, obwohl sie beteuerte, niemals Tanzunterricht genommen zu haben. Magnin publizierte seine Experimente mit Guipet (in der Publikation unter dem Pseudonym "Magdeleine G." verborgen) als Beweis für das enorme kreative Potential des Unterbewusstseins. Magdeleine G.s Begabung erregte die Aufmerksamkeit der europäischen Mediziner, die sich mit Medium-Phänomenen und Trance-Zuständen beschäftigen, darunter auch der angesehene Neurologe Baron Albert von Schrenk-Notzing. 1904 arrangierte Schrenck-Notzing für Guipet und Magnin eine Reise nach München um sie seiner Psychologischen Gesellschaft vorzustellen und um sie ihren Schlaftanz Ärzten, Künstlern, Schriftstellern und Journalisten im Schauspielhaus vorführen zu lassen. Die Münchner Sezessionisten Albert von Keller und Gabriel von Seidl fungierten als künstlerische Direktoren und Architekten der Bühnenshow. Keller, Friedrich-August Kaulbach und Franz von Stuck zeichneten und malten Guipet; Ausstellungen von klinischen und theatralischen Photografien des Schweizer Photografen Frederic Boissonnas wurden in Kunstgalerien in Paris und Genf veranstaltet. Bald folgte für Magdeleine G. und Magnin eine sechsmonatige Tour durch Opernhäuser und Theater in Wien, Stuttgart, Paris und London. Geschätzt als Erneuerin des modernen Tanzes stand Guipet in dieser Zeit in Konkurrenz zu Isabella Duncan. Der romantische Maler Jean-Leon Gerome und der Bildhauer Auguste Rodin engagierten Madgeleine G. für private Schlaftanz-Vorführungen in ihren Studios. Der Dirigent Gustave-Doret, der 1894 Claude Debussys Prélude á l´après-midi d'un faune uraufgeführt hatte, beschrieb seine Bewunderung für Magdeleines G´s "besondere und treue Übersetzung von Rhythmus und musikalischen Gedanken".

Donald W. LaCoss, Fakultät für Geschichte der Unversität von Winsconsin, USA

(Übersetzung: S.Scheele)

Provenienz
1999 wurde das Gemälde unter dem Titel "Revuetänzerin in der Garderobe" vom Auktionshaus Van Ham, Köln versteigert.[Lot 1493]

Abbildung
Cicerone XI, 1919, 12

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Quelle: http://www.hugo-von-habermann.com

Sabine Scheele, 2005 - 2011

 
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